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Gottesdienst zum Mitlesen

Liturgie, Wichern, Himmelfahrt, 21.5.2020

Christus spricht: Wenn ich erhöht werde von der Erde, so will ich alle zu mir ziehen. (Joh 12.32)

 

Kantor:       Orgelvorspiel

Lek:            Begrüßung + Wochenspruch

STILLE

Pfn:            Votum – Gruß- Joh 17.20-26 (Gott in uns)

20 Ich bitte aber nicht allein für sie, sondern auch für die, die durch ihr Wort an mich glauben werden, 21 dass sie alle eins seien. Wie du, Vater, in mir bist und ich in dir, so sollen auch sie in uns sein, auf dass die Welt glaube, dass du mich gesandt hast. 22 Und ich habe ihnen die Herrlichkeit gegeben, die du mir gegeben hast, auf dass sie eins seien, wie wir eins sind, 23 ich in ihnen und du in mir, auf dass sie vollkommen eins seien und die Welt erkenne, dass du mich gesandt hast und sie liebst, wie du mich liebst. 24 Vater, ich will, dass, wo ich bin, auch die bei mir seien, die du mir gegeben hast, damit sie meine Herrlichkeit sehen, die du mir gegeben hast; denn du hast mich geliebt, ehe die Welt gegründet war. 25 Gerechter Vater, die Welt kennt dich nicht; ich aber kenne dich, und diese haben erkannt, dass du mich gesandt hast. 26 Und ich habe ihnen deinen Namen kundgetan und werde ihn kundtun, damit die Liebe, mit der du mich liebst, in ihnen sei und ich in ihnen.

                   

Eingangsgebet

Ach Jesus, wie sollen wir die Welt verstehen ohne dich?

 

Wir starren in den Himmel –

Und übersehen, wo wir nötig wären auf der Erde.

 

Wir starren auf die Erde-

Und bemerken nicht, dass dein Himmel uns umgibt.

 

Wir sind zu ungeduldig, dein Wort zu versehen.

In unserem Vielerlei zu unabkömmlich, um dich zu suchen.

 

Der Abschied deiner Himmelfahrt lässt uns alleine zurück.

Wir starren in den Himmel und auf die Erde.

Und verstehen dich nicht.

 

Wir sind in Gefahr, dich zu verlieren. Und uns.

Erbarme dich, Gott, lass dich spürbar werden mitten unter uns. Amen.

 

Gem.:         EG 120 Christ fuhr gen Himmel (summen)

Zu Hause können Sie natürlich mitsingen(Link zur Begleitung)

1) Christ fuhr gen Himmel.
Was sandt er uns hernieder?
Er sandte uns den Heilgen Geist
zu Trost der armen Christenheit.
Kyrieleis.

Ref.: Halleluja, Halleluja, Halleluja.
Des solln wir alle froh sein;
Christ will unser Trost sein.
Kyrieleis.

2) Christ fuhr mit Schallen
von seinen Jüngern allen.
Er segnet sie mit seiner Hand
und sandte sie in alle Land.
Kyrieleis.

Ref.: Halleluja, Halleluja, Halleluja.
Des solln wir alle froh sein;
Christ will unser Trost sein.
Kyrieleis.

Text: Crailsheim (1480), Johann Leisentrit (1567) 
Melodie: Salzburg (1160), Wittenberg (1530)

 

Lekt:           Epistel : Apostelgeschichte 1, 5-11 (Himmelfahrt)

5 denn Johannes hat mit Wasser getauft, ihr aber sollt mit dem Heiligen Geist getauft werden nicht lange nach diesen Tagen. 6 Die nun zusammengekommen waren, fragten ihn und sprachen: Herr, wirst du in dieser Zeit wieder aufrichten das Reich für Israel? 7 Er sprach aber zu ihnen: Es gebührt euch nicht, Zeit oder Stunde zu wissen, die der Vater in seiner Macht bestimmt hat; 8 aber ihr werdet die Kraft des Heiligen Geistes empfangen, der auf euch kommen wird, und werdet meine Zeugen sein in Jerusalem und in ganz Judäa und Samarien und bis an das Ende der Erde. 9 Und als er das gesagt hatte, wurde er vor ihren Augen emporgehoben, und eine Wolke nahm ihn auf, weg vor ihren Augen. 10 Und als sie ihm nachsahen, wie er gen Himmel fuhr, siehe, da standen bei ihnen zwei Männer in weißen Gewändern. 11 Die sagten: Ihr Männer von Galiläa, was steht ihr da und seht gen Himmel? Dieser Jesus, der von euch weg gen Himmel aufgenommen wurde, wird so wiederkommen, wie ihr ihn habt gen Himmel fahren sehen.

 

Lekt:           Halleluja – Der Herr sprach zu meinem Herrn:

                   Setze dich zu meiner Rechten bis ich deine Feinde

                   zum Schemel unter deine Füße lege.

                   Halleluja (gespielt)

 

Gem.:         Lied: EG 165, 1-2 Gott ist gegenwärtig (summen)

Zu Hause können Sie natürlich mitsingen.(Link zur Begleitung)

Bitte beachten Sie, dass das Lied in verschiedene Strophen unterteilt mehrfach im Gottesdienst gesungen wird.

1) Gott ist gegenwärtig. Lasset uns anbeten
und in Ehrfurcht vor ihn treten.
Gott ist in der Mitte. Alles in uns schweige
und sich innigst vor ihm beuge.
Wer ihn kennt, wer ihn nennt,
schlag die Augen nieder;
kommt, ergebt euch wieder.

2) Gott ist gegenwärtig, dem die Cherubinen
Tag und Nacht gebücket dienen.
Heilig, heilig, heilig! singen ihm zur Ehre
aller Engel hohe Chöre.
Herr, vernimm unsre Stimm,
da auch wir Geringen
unsre Opfer bringen.

Text: Gerhard Tersteegen (1729) 

Melodie: Joachim Neander (1680)

 

Lekt:          Evangelium: Joh 17, 20-26

20 Ich bitte aber nicht allein für sie, sondern auch für die, die durch ihr Wort an mich glauben werden, 21 dass sie alle eins seien. Wie du, Vater, in mir bist und ich in dir, so sollen auch sie in uns sein, auf dass die Welt glaube, dass du mich gesandt hast. 22 Und ich habe ihnen die Herrlichkeit gegeben, die du mir gegeben hast, auf dass sie eins seien, wie wir eins sind, 23 ich in ihnen und du in mir, auf dass sie vollkommen eins seien und die Welt erkenne, dass du mich gesandt hast und sie liebst, wie du mich liebst. 24 Vater, ich will, dass, wo ich bin, auch die bei mir seien, die du mir gegeben hast, damit sie meine Herrlichkeit sehen, die du mir gegeben hast; denn du hast mich geliebt, ehe die Welt gegründet war. 25 Gerechter Vater, die Welt kennt dich nicht; ich aber kenne dich, und diese haben erkannt, dass du mich gesandt hast. 26 Und ich habe ihnen deinen Namen kundgetan und werde ihn kundtun, damit die Liebe, mit der du mich liebst, in ihnen sei und ich in ihnen.

                  Glaubensbekenntnis

Gem:         Lied: EG 165, 5-6 

Zu Hause können Sie natürlich mitsingen.   (Link zur Begleitung)    

5) Luft, die alles füllet, drin wir immer schweben,
aller Dinge Grund und Leben,
Meer ohn Grund und Ende, Wunder aller Wunder:
ich senk mich in dich hinunter.
Ich in dir, du in mir,
lass mich ganz verschwinden,
dich nur sehn und finden.

6) Du durchdringest alles; lass dein schönstes Lichte,
Herr, berühren mein Gesichte.
Wie die zarten Blumen willig sich entfalten
und der Sonne stille halten,
lass mich so still und froh
deine Strahlen fassen
und dich wirken lassen.

 

Pfn:           Predigt: Wo wir Gott suchen

Liebe Gemeinde,

die Apostelgeschichte wird auch in manchen Kreisen auch Heldenerzählung genannt. Vielleicht, weil die Apostel auch Wunder tun oder Kranke heilen. Vielleicht, weil sie jenseits der Geschichte in den folgenden Legenden, alle einen Märtyrertod gestorben sind.

Stück für Stück gelesen, ist es aber ebenso eine Geschichte voller Scheitern. Missverständnisse, Streit, Verfolgung oder eben, wie wir es schon vom Anfang gehört haben: ein völliges Nicht-Verstehen der Ereignisse.

Da stehen sie, unsere Jünger und starren in den Himmel. Sie können den Blick nicht wegwenden, können es nicht versehen. Eben noch war Jesus zurückgekommen von den Toten, hatte sie getroffen, hat zu ihnen geredet. Schon das war schwer zu verstehen. Und dann hatte er sie zusammen gerufen auf den Berg und war…ja…einfach verschwunden. Um ehrlich zu sein, konnten sie es nicht glauben, dass das jetzt so bleiben sollte. Es wäre ja immerhin möglich, dass das wieder so ein Gleichnis sein sollte und er wiederkäme. Das zumindest musste wohl abgewartet werden. Also standen sie da und sahen zum leeren Himmel. Keiner wollte es aufgeben und einfach gehen. Sie hatten sich doch vorgenommen, treu zu sein.

Da muss erst ein Engel kommen und ihnen Bescheid sagen: Ihr sucht an der falschen Stelle. In den Himmel gucken ist nicht die Aufgabe, die ihr von Jesus übertragen bekommen habt. Und überhaupt, es ist Zeit nach vorne zu sehen. Die Sehnsucht nach all der Vergangenheit hilft jetzt auch nicht weiter.

Und wissen Sie…das war wie ein kleiner Tod.

Wenn man sich umwendet und die Hoffnung stirbt, dass es noch einmal gut werden würde. So wie früher. Als man beisammen war, reden, streiten, lachen konnte. Oder einfach zusammen am Tisch sitzen konnte. Mit ihm.

Sich abwenden und ins Unbekannte gehen. Und selbst, wenn es ein neues und anderes Leben gäbe, es wird trotzdem etwas fehlen. Er wird fehlen.

 

Wenn die Apostel Helden genannt werden sollen, dann in diesem Moment.

In dem Augenblick, in dem sie sich abwenden von all dem, was sie heimlich wünschen, wenn sie ihr Herz mit Trost umhüllen und es in eine andere Zukunft tragen. Eine, die sie nie gewollt haben.

Es ist schon klar, wie es kommen wird, einer von ihnen wird Worte finden, sie werden die Jesusgeschichten in die Welt tragen, manche werden ihnen zuhören. Sie werden glauben lernen, dass er ja irgendwie mitten unter ihnen ist und in ihnen und der versprochene Geist wird kommen. Ja. Aber die Abwesenheit wird trotzdem mit ihnen ziehen, die Leichtigkeit wird es nicht mehr geben, diese sprühende Begeisterung, die glitzernde Neugier.

Sie werden die Kostbarkeiten wie Manna in der Wüste suchen müssen, die kleine Freude für einen Tag. Den Dank für die Weggemeinschaft.

Ein kleiner Beutel für das Glück wird reichen müssen.

Und dass sie daran nicht resignieren, dass sie nicht aufgeben, nicht wegrennen – das macht sie zu Helden, wenn überhaupt.

Vielleicht macht es sie vielmehr zu Jüngerinnen und Jüngern.

 

Wir haben die Hoffnung einzubringen. Dass Gott mehr ist als ein paar kaum verstehbare Geschichten der unwahrscheinlichen Art. Wir haben Gott in allen unseren Lebens- Mühen seine Versprechen abzutrotzen. Wir haben ihn aufzuspüren im Dunkel der Welt, in Leiden und Abschied, in Tod und Auferstehung und in der immer gleichen Frage nach warum und wozu…die immer wieder für das Allgemeine gestellt wird und immer nur im Persönlichen beantwortet wird. Oder im Schweigen bleibt.

Und darin nicht aufgeben, nicht wegsehen, sich nicht fernhalten wie so viele.

 

Es heißt, wir hätten ja den Heiligen Geist, mag sein, dann und wann lässt er sich spüren, aber hauptsächlich sind wir doch an uns gewiesen, als Gemeinde.

Im anderen sollen wir den Christus spüren, als wenn das so einfach wäre.

Oder die göttliche Einheit in uns.

Vielleicht gelingt es denen, die sich aussenden lassen zu den Ärmsten der Welt.

Denen, die etwas verändern im Elend der Lager, in den Katastrophen, in den Leidensgebieten unserer Welt.

Oder denen an den Gartentoren, in den Krankenzimmern und in der Quarantäne ihrer Wohnungen, die ihr Leben erleiden und nicht aufhören, den Segen über dieses Leben zu legen. Mag sein, dass sie es wissen.

 

Ich sehe derweil noch eine kleine Zeit in den Himmel, in den Bäumen rauscht der Wind, vielleicht ist es der Heilige Geist. Ich erinnere mich an die Abschiedsworte Jesu:

Er ist mitten unter uns, hat er gesagt…

 

Ich warte mal, ob ein Engel kommt und mir das erklärt.

Oder eine neue Richtung sagt.

 

Lieber Gott,

sage dem Engel an der Pforte des Alten,

er möge mich gehen lassen

und mich ermutigen, auch wenn ich zögere.

 

Lieber Gott,

sage dem Engel an der Pforte des Neuen,

er möge mich erwarten

und nicht weggehen,

auch wenn ich etwas länger brauche.

 

Und, lieber Gott,

sage dem Engel des Übergangs,

er möge mich segnen, wenn ich losgehe

er möge mich halten, wenn ich stolpere

und mich begrüßen, wenn ich ankomme.

 

Dass ich lache, wenn ich da bin.

Bei dir.

 

Ein Gebet, nicht zufällig ohne Verfassernamen.

 

Und der Frieden Gottes, der höher ist als all unsere Vernunft, bewahre unsere Herzen und Sinne in Jesus Christus, unserem Bruder, unserem Heiland, unserem Herrn. Amen.

Gem:        Lied: EG 165, 7-8

Zu Hause können Sie natürlich mitsingen(Link zur Begleitung)

7) Mache mich einfältig, innig, abgeschieden,
sanft und still in deinem Frieden;
mach mich reines Herzens, dass ich deine Klarheit
schauen mag in Geist und Wahrheit;
lass mein Herz überwärts
wie ein' Adler schweben
und in dir nur leben.

8) Herr, komm in mir wohnen, lass mein' Geist auf Erden
dir ein Heiligtum noch werden;
komm, du nahes Wesen, dich in mir verkläre,
dass ich dich stets lieb und ehre.
Wo ich geh, sitz und steh,
lass mich dich erblicken
und vor dir mich bücken.

 

Lekt:           Abkündigung, Kollekte (am Ausgang)

 

Kantor:      Musik

 

Pfn/Lekt:    Kasualien, Fürbitten

 

Gem.:         Lied:HuE 99: Meine Hoffnung (summen)

Zu Hause können Sie natürlich mitsingen:

Meine Hoffnung und meine Freude,
meine Stärke, mein Licht:
Christus meine Zuversicht,
auf dich vertrau ich und fürcht mich nicht,
auf dich vertrau ich und fürcht mich nicht.

Gesang aus Taizé © Ateliers et Presses de Taizé, 71250 Taizé, Frankreich

 

Pfn:            Segen

Kantor:       Orgelnachspiel

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